Rotwein
Rotwein wird aus blauen Trauben hergestellt, und die Schalen gären mit. Der Saft selbst hat keine Farbe. Farbe und herber Geschmack kommen beide aus der Schale. Hier erfährst du, woher die Tannine kommen und welche Rebsorte zu dir passt.


Rotwein nach Rebsorte und Region
Auf diesen vier Seiten gehen wir näher auf eine Rebsorte oder eine Region aus diesem Regal ein.

Merlot
Eine ziemlich große Traube mit dünner Schale. Deshalb hat sie weniger Farbstoff und weniger Tannine als Cabernet Sauvignon.
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Valpolicella
In dieser Region in Venetien ergeben Corvina, Rondinella und Molinara zusammen die Cuvée. Von Ripasso bis Amarone.
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Rioja
In dieser spanischen Region ist Tempranillo die wichtigste Rebsorte, und der Ausbau in Eichenholz ist nach wie vor ihr Markenzeichen.
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Brunello
Sangiovese ist die Hauptrebsorte der Toskana. Im Chianti genauso wie im Brunello di Montalcino.
Über Brunello →So bekommt Rotwein Farbe und Tannine
Rotwein wird aus roten Trauben gemacht, aber die Farbe steckt nicht im Saft. Traubensaft ist immer farblos. Die Schale färbt den Wein rot. Bei Rotwein vergären die Schalen mit dem Saft, und je länger sie darin bleiben, desto dunkler wird der Wein. Für Rotwein mazerieren sie etwa 24 Stunden in der Maische. Bei Rosé sind es 8 bis 14 Stunden. Deshalb ist Rosé viel heller. Die Farbe sagt übrigens wenig über die Kraft aus. Ein Nebbiolo ist meist hell in der Farbe, aber kräftig im Geschmack.
Auch das raue Gefühl im Mund hat einen Ursprung. Tannin ist die Bezeichnung für die Gerbstoffe im Wein. Sie sitzen in den Schalen, Kernen und Stielen der Traube oder stammen aus dem Fass, in dem der Wein reifte. Während der Gärung gehen sie in den Saft über. Man schmeckt sie als herben Geschmack, der die Mundwinkel zusammenzieht. Bei Rotwein vergären Schalen, Stiele und Kerne mit, deshalb entsteht dieses raue Gefühl im Glas. Bei Weißwein vergärt nur der Saft, daher enthält er keine Tannine. Auch die Dicke der Schale spielt eine Rolle. Syrah, Cabernet Sauvignon und Nebbiolo haben dicke Schalen und ergeben kräftigere Weine.
Kurz zusammengefasst
Fünf Flaschen, von leicht bis kräftig
Rotwein kann vieles sein, von einem leichten Pinot Noir bis zu einem kräftigen Malbec. Diese fünf sind nach Stärke geordnet, von der leichtesten Rebsorte bis zur kraftvollsten.

Pinot Noir
Die leichteste der edlen roten Rebsorten. Rote Beeren, Kirschen, Himbeeren und oft etwas Erdiges. Dieser Loire-Wein ist saftig und geschmeidig, hell in der Farbe und mit seidenweichen Tanninen.

Tempranillo
Der Hauptdarsteller in Rioja. Erdige Noten mit Kirsche und Pflaume, leichten Tanninen und einem samtweichen Mundgefühl. Dieser Wein reifte im Eichenfass, das schmeckt man an Vanille und Zigarrenkisten.

Corvina
Die Rebsorte aus dem Valpolicella. Frische Säure, rote Früchte und ein wenig Würze. Hier macht sie 70 Prozent der Cuvée aus, zusammen mit Rondinella und Molinara. Als Ripasso vergärt der Wein ein weiteres Mal auf dem Trester von Amarone und wird dadurch deutlich vollmundiger.

Primitivo
Aus dem Stiefelabsatz Italiens. Dort schützt die dicke, dunkle Schale die Traube vor der Hitze und sorgt zugleich für kräftige Tannine. Vollmundig, mit schwarzen Kirschen, Pflaumen und Brombeeren sowie Noten von Tabak, Rooibos und Anis.

Malbec
Eine kleine, dunkle Traube mit kräftigem Geschmack. Pflaumen und Brombeeren, dazu Kakao, Pfeffer, Leder oder Lakritz. Argentinien produziert mit Abstand am meisten davon. Dieser Wein aus Mendoza ist kräftig, dunkel und robust.
Noch kräftiger sind Syrah und Cabernet Sauvignon. Dicke Schalen, viele Tannine und Aromen von Cassis und Zedernholz.
Frucht, Gewürze und eine herbe Note
Rote und dunkle Früchte
Bei den leichteren Rebsorten: Kirschen, rote Beeren und Pflaumen. Bei den kräftigeren: dunkle Früchte wie Brombeeren und Cassis. Wurde der Wein in Eichenfässern gelagert, kommen Vanille, Kakao oder Gewürze hinzu.
Herb durch die Tannine
Das herbe Gefühl, bei dem sich die Mundwinkel zusammenziehen, kommt von den Tanninen aus Schalen, Kernen und Stielen. Je dicker die Schale der Traube, desto kräftiger fühlt es sich an.
Warm und würzig
Kurz und saftig bei einem leichten Pinot Noir, lang und voll bei einem Primitivo oder Malbec. Pfeffer, Lakritz, Leder und Kakao findest du bei den kräftigeren Weinen im Sortiment.
Das ist ein Durchschnittswert für das gesamte Sortiment. Ein Pinot Noir hat deutlich weniger Tannine und Kraft. Ein Malbec oder Cabernet Sauvignon dagegen mehr.
So servierst du Rotwein
Bei Zimmertemperatur ist Rotwein meist zu warm. Kühlen, rechtzeitig öffnen und ein gutes Glas machen den größten Unterschied.
Auf 14 bis 18 Grad kühlen
Fruchtiger Rotwein schmeckt am besten bei 14 bis 16 Grad. Eine halbe Stunde im Kühlschrank reicht. Kräftige, vollmundige Weine servierst du bei 18 Grad, also nach einer Viertelstunde im Kühlschrank. Bei einer durchschnittlichen Raumtemperatur von 21 Grad schmeckst du vor allem den Alkohol, und die Frucht geht verloren.
Weißwein weiter kühlen →Dekantieren, aber nicht immer
Dekantieren bedeutet einfach umgießen, dadurch bekommt der Wein mehr Sauerstoff. Junge, kräftige Rotweine brauchen das wirklich, sonst entfalten sich die Aromen nicht. Gieße sie eine halbe Stunde bis drei Stunden vorher um. Ältere, feine Weine dagegen nicht. Sie sind bereits voller Duft und Geschmack.
Zu den Dekantierkaraffen →Bis unter die breiteste Stelle einschenken
Fülle Rotwein bis knapp unter die breiteste Stelle des Glases ein. Dann kannst du ihn schwenken, ohne etwas zu verschütten. Halte das Glas am Stiel, denn wenn du den Kelch mit der Hand umschließt, wird der Wein warm. Aus einer 75-cl-Flasche bekommst du etwa sechs Gläser.
Das richtige Glas →Weincocktails
Rotwein kommt selten pur in einen Cocktail. In Spanien wird er dagegen oft gemischt, und so sind Sangria und Tinto de Verano entstanden. Die beiden anderen sind Weincocktails mit Schaumwein.

Sangria
Rotwein mit Fruchtstücken und viel Eis, gedacht zum Servieren in einer ganzen Karaffe.
Tinto de Verano
Wörtlich Sommerrotwein: Rotwein mit sprudelnder Limonade aufgegossen, auf Eis.
Kir Royal
Crème de Cassis auf den Glasboden geben und langsam mit einem trockenen Schaumwein auffüllen.
Aperol Spritz
Aperol, Prosecco und Sprudelwasser in einem großen Glas mit Eis und einer Orangenscheibe.Das richtige Glas für Rotwein
Rotwein profitiert von etwas mehr Sauerstoff. Deshalb ist das Glas größer und breiter als bei Weißwein oder Rosé. Im Kelch bleiben die Aromen erhalten, und durch den Stiel erwärmt deine Hand den Wein nicht. Diese Gläser empfehlen wir selbst.
Fragen zu Rotwein
Ist deine Frage nicht dabei? Sieh dir unsere Cocktailrezepte an oder nimm Kontakt mit uns auf.
Zu den Cocktailrezepten →Was ist Rotwein und welche Zutaten enthält er?
Warum ist Rotwein rot und Weißwein nicht?
Was sind Tannine und warum fühlt sich Rotwein pelzig an?
Welche rote Rebsorte passt zu mir?
Bei welcher Temperatur serviert man Rotwein?
Muss man Rotwein dekantieren?
Welches Glas passt zu Rotwein?
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