Likör
Sahnelikör, Kaffeelikör, etwas mit Orange oder doch mit Kräutern. Likör ist die vielfältigste Kategorie im ganzen Spirituosenregal. Weiter unten erfährst du, was genau Likör ist und welche Familien es gibt. Außerdem, wie ein solcher süßer Likör schmeckt, wie man ihn trinkt und welches Glas du dafür nimmst.


Die bekanntesten Likörmarken
Vier Flaschen aus vier verschiedenen Familien. Sie sind so bekannt, dass man sie in fast jeder Bar wiederfindet.

Baileys
Irischer Whiskey, frische Sahne, Kakao und Vanille. Seit 1974 auf dem Markt und noch immer der meistverkaufte Likör der Welt. Kalt servieren und die Flasche nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren.
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Cointreau
Französischer Orangenlikör aus getrockneten süßen und bitteren Schalen, mit 40% abgefüllt. Dadurch ist er trocken genug, um in Margarita und Cosmopolitan die Hauptrolle zu spielen.
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Licor 43
Goldener Vanillelikör aus Cartagena mit dreiundvierzig Zutaten. Pur auf Eis oder mit Milch trinken. Mit heißem Espresso wird daraus der spanische Carajillo.
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Kahlúa
Mexikanischer Kaffeelikör von 1936 aus Arabica-Bohnen, Rum und Vanille. Suchst du einen Likör für Espresso Martini, ist das die richtige Flasche. Auch der White Russian steht und fällt damit.
Über Kahlúa →Jeder Likör auf einen Blick, nach Marke
16 Marken und 24 Sorten, jede mit einer eigenen Seite zu Geschmack, Cocktails und dem passenden Glas.
Spirituose mit Zucker und Geschmack
Likör ist eine Spirituose, der Zucker und Geschmack hinzugefügt werden. Das klingt vage, aber die Grenzen sind genau festgelegt. Er muss mindestens 15 % Alkohol und mindestens 100 Gramm Zucker pro Liter enthalten. Erreicht eine Flasche diesen Zuckergehalt nicht, ist sie einfach eine Spirituose und kein Likör. Deshalb unterscheiden sich Liköre so stark und gehören trotzdem alle unter denselben Namen. Ein Sahnelikör mit 15 % und ein Whiskylikör mit 40 % halten sich an dieselben Regeln.
Woraus er gemacht ist, spielt keine Rolle. Meist ist es neutraler Alkohol, aber auch Weinbrand, Rum, Whisky oder Cognac kommen infrage. Grand Marnier basiert auf Cognac, Drambuie auf schottischem Whisky und Baileys auf irischem Whiskey. Dann kommt der Geschmack dazu, durch Einlegen, Destillieren oder Mischen. Der Geschmackgeber gibt der Familie ihren Namen. So gibt es Sahnelikör, Kaffeelikör, Fruchtlikör, Kräuterlikör, Orangenlikör und Nusslikör. Süß sind sie alle, ansonsten haben sie wenig gemeinsam.
Bei einer Familie ist Vorsicht geboten. Sahnelikör enthält echte Sahne, und Sahne verdirbt. Eine geöffnete Flasche gehört also in den Kühlschrank und ist etwa ein halbes Jahr haltbar. Likör ohne Sahne hält sich dank Zucker und Alkohol jahrelang im Schrank. Riecht oder schmeckt ein Sahnelikör sauer oder schwimmen Flocken im Glas? Weg damit. Und mische Sahne niemals mit Cola oder Orangensaft, denn die Säure lässt die Sahne gerinnen.
Kurz gesagt
Sechs Familien, die du in jedem Regal findest
Liköre werden danach eingeteilt, was ihnen ihren Geschmack gibt. Daran erkennst du auch, wie man sie trinkt, wie lange sie haltbar sind und in welchen Cocktail sie passen.

Sahnelikör
Echte Sahne, gemischt mit Whiskey, Rum oder einem Fruchtdestillat. Weich und voll, süß, mit Vanille und Kakao. Es ist die einzige Familie, die nach dem Öffnen wirklich gekühlt werden muss und nicht ewig haltbar ist.

Kaffeelikör
Gerösteter Kaffee mit Zucker, oft noch mit Vanille oder Rum. Dunkel und süß, mit einer Bitternote vom Kaffee selbst. Ohne Kaffeelikör gibt es keinen Espresso Martini und keinen White Russian.

Fruchtlikör
Mit Abstand die größte Familie. Passionsfrucht, Pfirsich, Kokos, Erdbeere, Zitrone oder Kirsche. Sie schmecken intensiv nach Früchten und haben meist wenig Alkohol. Deshalb trinken die meisten sie als Longdrink, mit Saft oder Sprudelwasser.

Orangenlikör
Getrocknete Schale bitterer und süßer Orangen, meist auf neutralem Alkohol oder Cognac. Sie sind stärker als die meisten Liköre. Deshalb tauchen sie immer wieder in geschüttelten Klassikern auf.

Kräuterlikör
Kräuter, Wurzeln, Schalen und oft auch Honig. Bittersüß und vielschichtig. Auf der einen Seite steht ein Kräuterbitter wie Jägermeister, auf der anderen ein Whiskylikör wie Drambuie mit Heidehonig.

Nusslikör
Mandel, Haselnuss oder Walnuss, oft mit einer Note von Marzipan und Aprikosenkern. Süß wie ein Dessert. In einem Sour mit Zitronensaft kommt diese Süße überraschend gut zur Geltung.
Außerdem gibt es Liköre aus Schokolade, Karamell, Anis und Eiern sowie die bittersüßen Aperitifs aus dem italienischen Regal.
Süße ist die einzige Konstante
Ausgeprägt und süß
Ein Likör riecht nach dem, woraus er gemacht ist, und nach wenig anderem. Kaffee, Passionsfrucht, Orangenschale, Mandel oder Sahne. Alkohol riecht man kaum, denn der Anteil ist gering und der Zucker mildert ihn.
Voll, weich und sirupartig
Durch den Zucker fühlt sich Likör im Mund voller an als ungesüßter Brand. Das bewirkt er auch in einem Cocktail. Er sorgt für Geschmack, aber auch für Körper. Sahnelikör ist am weichsten, Orangenlikör am klarsten.
Langer Abgang
Zucker hält den Geschmack fest, deshalb bleibt der Abgang länger als bei Gin oder Wodka. Kräuterliköre enden mit einer leicht bitteren Note. Bei Fruchtlikören folgt dagegen eine säuerliche Note, die die Süße wegspült.
Ein Durchschnittswert für die gesamte Kategorie. Sahnelikör ist süßer und weniger stark. Ein Kräuter- oder Whiskylikör mit 40 % liegt bei Stärke bei etwa 4 und bei Fruchtigkeit bei etwa 1.
Drei Arten, Likör zu trinken
Eine Flasche Likör trinkt man selten allein aus. Man trinkt ihn pur auf Eis, als Longdrink oder als süße Hälfte eines Cocktails. All das geht, solange du nur kleine Mengen einschenkst.
Pur auf Eis
Schenk 4 bis 5 cl in ein kleines Stielglas oder über zwei große Eiswürfel in einen Tumbler. Durch die Kälte schmeckt er weniger süß und lässt sich viel leichter trinken. Sahnelikör kommt kalt aus dem Kühlschrank. Kräuter- oder Whiskylikör schmeckt dagegen bei Zimmertemperatur besser.
Das richtige Glas →Als Longdrink
Gib 3 cl Fruchtlikör zu etwa 15 cl Orangensaft, Ananassaft oder Sprudelwasser in ein mit Eis gefülltes Longdrinkglas. So trinken die meisten Safari, Passoã und Malibu. Bei Sahnelikör ist Vorsicht geboten, denn er flockt in Orangensaft und Cola aus.
Malibu-Cocktails →In einem Cocktail
In einem Cocktail ist Likör fast nie die Basis. Er sorgt für den Geschmack: 1 bis 2,5 cl neben der Spirituose. Cointreau übernimmt diese Rolle in der Margarita und im Cosmopolitan, Kahlúa im Espresso Martini und Passoã im Pornstar Martini.
Espresso-Martini-Rezept →Die bekanntesten Cocktails mit Likör
Fast jeder Klassiker enthält einen Likör. Oft fällt er kaum auf, manchmal spielt er die Hauptrolle. Mit diesen vier kannst du anfangen.

Espresso Martini
Wodka, frischer Espresso und Kaffeelikör, kräftig geschüttelt für die Schaumschicht.
Margarita
Tequila, Limettensaft und Triple Sec. Der Cocktail, in dem der Likör für die Balance sorgt.
Pornstar Martini
Vanillewodka, Passionsfrucht und Passionsfruchtlikör, dazu ein Shot Prosecco.
Sex on the Beach
Wodka, Pfirsichlikör, Orangensaft und Cranberry. Der Longdrink der Achtziger.Alles, was du noch über Likör wissen wolltest
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Zu den Cocktailrezepten →Wie viel Prozent Alkohol enthält Likör?
Was ist der Unterschied zwischen Likör und gewöhnlichen Spirituosen?
Welche Likörsorten gibt es?
Muss Likör in den Kühlschrank?
Wie lange ist Likör nach dem Öffnen haltbar?
Welches Glas verwendet man für Likör?
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