Das Rezept
für deinen Tisch
Alle Zutaten in einen Shaker geben und zunächst 10 Sekunden ohne Eis shaken (Dry Shake), damit ein schöner Schaum entsteht.
Eis hinzufügen und weitere 15 Sekunden kräftig shaken.
Doppelt in einen Tumbler mit einem großen Eiswürfel abseihen.
Garniere den Schaum mit ein paar Tropfen Angostura und ziehe mit einem Stäbchen ein Muster hinein.
Die Geschichte
Der Sour ist eine der ältesten Cocktailfamilien überhaupt: Spirituose, Zitrusfrucht und Zucker – mehr braucht es nicht. Seeleute tranken bereits im 18. Jahrhundert Rum mit Zitronensaft gegen Skorbut. Als die Rezeptur an Land gelangte, entstanden Varianten mit jeder erdenklichen Spirituose. Der Whiskey Sour tauchte erstmals in Jerry Thomas’ berühmtem Barbuch von 1862 auf und ist seitdem von keiner Cocktailkarte mehr verschwunden. Die Variante mit Eiweiß – einst „Boston Sour“ genannt – ist heute der Standard in besseren Bars.
Das richtige Glas
Einen Whiskey Sour serviert man „on the rocks“ in einem niedrigen Whiskyglas oder Tumbler. Wähle ein Modell mit 30 bis 37 cl Fassungsvermögen und ausreichend Breite: So bleibt Platz für einen großen Eiswürfel und eine großzügige Schaumkrone. Ein kristallklares Glas bringt den Kontrast zwischen dem goldgelben Cocktail und dem weißen Schaum besonders schön zur Geltung. Möchtest du ihn lieber „straight up“? Dann ist eine Coupette eine stilvolle Alternative. Wenn du ihn lieber straight up ohne Eis servierst, passen dazu unsere Champagner-Coupégläser.
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Variationen & Twists
Ein New York Sour bekommt einen Float aus Rotwein auf dem Schaum – ein spektakulärer Farbeffekt und überraschend lecker. Ersetze den Zuckersirup durch Honig, und du schmeckst einen Gold Rush. Ohne Eiweiß ist er klarer und frischer, mit Eiweiß weicher und cremiger. Beide Schulen haben recht. Lust auf mehr Inspiration? Stöbere durch alle 80 Cocktailrezepte.
Serviertipp
Ersetze den Zuckersirup einmal durch Ahornsirup, und du erhältst eine herbstliche Variante, die fantastisch funktioniert. Aquafaba (Kichererbsenflüssigkeit) ergibt denselben Schaum wie Eiweiß, ist aber vollständig pflanzlich.
Das Verhältnis 3:2:1 und wie stark er ist
Die Sour-Formel lautet 3:2:1, hier also 4,5 cl Bourbon, 3 cl frischer Zitronensaft und 1,5 cl Zuckersirup. Dieses Verhältnis ist ein Ausgangspunkt, kein Gesetz: Bei einem süßen Bourbon funktioniert 4,5 zu 3 zu 1 besser, bei einem würzigen Rye dagegen 4,5 zu 2,5 zu 1,5. Nach zweimaligem Shaken sind etwa 12 cl im Glas, mit 1,8 cl reinem Alkohol, also rund 15 Prozent. Miss den Zitronensaft immer erst nach dem Auspressen ab, denn die eine Zitrone ergibt 3 cl, die andere gut 5.
Der Dry Shake: So entsteht die Schaumschicht
Der Schaum entsteht, weil sich die Proteine um Luftbläschen legen – und das gelingt nur ohne Eis. Shake daher zuerst zehn Sekunden lang alle Zutaten ohne Eis; die Flüssigkeit wird dann leicht weiß und merklich dickflüssiger. Gib erst danach Eis hinzu und shake weitere fünfzehn Sekunden, um den Cocktail zu kühlen und zu verdünnen. Doppelt abseihen, damit keine Eissplitter in die Schaumschicht gelangen. Lass den Cocktail nach dem Einschenken eine halbe Minute stehen, bevor du Angostura darauf träufelst – dann bleibt das Muster sauber erhalten.
Ohne Ei: Aquafaba als Ersatz
Die Flüssigkeit aus einer Dose Kichererbsen, Aquafaba, erfüllt fast dieselbe Funktion wie Eiweiß. Verwende 2 cl pro Cocktail, etwa zwei Esslöffel, und shake genau wie oben: zuerst zehn Sekunden ohne Eis, danach fünfzehn Sekunden mit Eis. Die Schaumschicht wird etwas luftiger und bleibt fast genauso lange bestehen, und man schmeckt sie nicht heraus. Eine 400-Gramm-Dose liefert etwa 12 cl Flüssigkeit, genug für sechs Cocktails; im Kühlschrank hält sie sich drei Tage und lässt sich problemlos in einer Eiswürfelform einfrieren.
Whiskey Sour oder Amaretto Sour
Beide folgen derselben Vorlage, aber die Basis verschiebt das Gleichgewicht. Der Whiskey Sour basiert auf 4,5 cl Bourbon mit 1,5 cl Sirup; beim Amaretto Sour kommen 4,5 cl Mandellikör zum Einsatz, der bereits deutlich süß ist, weshalb kaum Sirup nötig ist und oft zusätzlich 1,5 cl Bourbon für den Ausgleich verwendet werden. Suchst du einen Cocktail mit trockenem, warmem Abgang, ist die Whiskey-Variante die richtige Wahl; möchtest du etwas Süßeres mit Marzipannote, entscheide dich für Amaretto. Schaumtechnik und Glas sind bei beiden identisch.
Häufig gestellte Fragen
Was ist in einem Whiskey Sour?
Ein Whiskey Sour besteht aus 4,5 cl Bourbon, 3 cl frischem Zitronensaft und 1,5 cl Zuckersirup, optional ergänzt durch Eiweiß für den Schaum. Schüttle zuerst zehn Sekunden ohne Eis, danach fünfzehn Sekunden mit Eis, und garniere den Schaum mit ein paar Tropfen Angostura Bitters.
Welcher Whiskey eignet sich am besten für einen Whiskey Sour?
Ein kräftiger Bourbon sorgt für süße Vanille- und Karamellnoten, Rye macht ihn trockener und würziger. Eine teurere Flasche ist nicht nötig: Ein guter Bourbon aus dem mittleren Preissegment eignet sich am besten zum Mixen, da Zitrone und Zucker die feinsten Nuancen ohnehin überdecken. Wähle aber eine Sorte mit mindestens vierzig Prozent Alkohol.
Gibt es ein Rezept für einen Whiskey Sour ohne Ei?
Ja, und das ist die historische Version: Lass das Eiweiß einfach weg und schüttle Bourbon, Zitronensaft und Sirup fünfzehn Sekunden lang mit Eis. Der Drink wird klarer und frischer, ohne Schaum. Möchtest du trotzdem Schaum, aber kein Ei verwenden, nimm 2 cl Aquafaba, denn Kichererbsenwasser erzielt denselben Effekt.
Was ist in einem Sour-Cocktail?
Jeder Sour folgt derselben Vorlage: Spirituose, frische Zitrusfrüchte und Zucker, oft im Verhältnis 3:2:1. Ersetze den Bourbon durch Amaretto, Pisco oder Gin, und du erhältst einen anderen Klassiker. Serviere ihn auf Eis in einem niedrigen Tumbler mit 30 bis 37 cl Fassungsvermögen, siehe unsere Whiskeygläser.
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