Das Rezept
für deinen Tisch
Möchtest du einen Zuckerrand? Fahre dann mit einer Zitronenspalte am Glasrand entlang und tauche ihn in feinen Zucker.
Cognac, Cointreau und Zitronensaft 12 Sekunden lang mit viel Eis shaken.
Doppelt in eine gekühlte Coupe abseihen.
Drücke eine Zeste über dem Glas aus und hänge sie an den Rand.
Die Geschichte
Paris, kurz nach dem Ersten Weltkrieg. In Harry's New York Bar – oder war es doch das Ritz? – bat ein amerikanischer Hauptmann, der stets im Beiwagen eines Motorrads ankam, um ein wärmendes Getränk. Der Barkeeper mixte Cognac mit Cointreau und Zitrone und benannte das Ergebnis nach dem Fortbewegungsmittel seines Gastes: dem Sidecar. Die Geschichte ist wahrscheinlich zu schön, um ganz wahr zu sein, doch der Cocktail wurde zum Sinnbild der Pariser Cocktailszene während der Roaring Twenties und gehört zum absoluten Kanon.
Das richtige Glas
Der Sidecar gehört in eine Coupe: das niedrige, breite Champagnerglas auf Stiel, das in den Zwanzigern das Cocktailglas schlechthin war. Die Form passt perfekt zum Art-déco-Charakter dieses Drinks und lässt dem Zitrusaroma alle Entfaltungsmöglichkeiten. Wähle eine Coupe mit 20 bis 30 cl – mit Zuckerrand wird die Präsentation perfekt. Ein Set stilvoller Coupes ist ohnehin eine Investition, die sich bei Dutzenden Klassikern bezahlt macht. Möchtest du ihn in einem kleineren Glas mit geringerem Verschüttungsrisiko servieren, schau dir unsere Nick-Nora-Gläser an.
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Varianten & Twists
Mit Bourbon statt Cognac heißt er Bourbon Sidecar, mit Calvados Apple Car. Das Verhältnis ist eine ewige Diskussion: Die „französische Schule“ schenkt gleiche Teile ein, die „englische Schule“ gibt dem Cognac die Hauptrolle. Probiere beide und entscheide dich für eine Seite – der Zuckerrand mildert jedes Ergebnis ab. Mehr Inspiration? Stöbere durch alle 80 Cocktailrezepte.
Serviertipp
Das klassische Verhältnis ist 2:1:1, aber probiere und passe es an: Ein junger VS-Cognac verlangt nach etwas weniger Zitrone als ein runder VSOP. Serviere ihn als Digestif nach einem guten Abendessen.
Das Verhältnis: französische oder englische Schule
Zwei Schulen, zwei Ergebnisse. Die englische Schule arbeitet mit 2:1:1 – hier 5 cl Cognac auf 2 cl Cointreau und 2 cl Zitronensaft – und stellt den Cognac in den Vordergrund. Die französische Schule schenkt gleiche Teile ein, etwa 3 cl von jeder Zutat, wodurch der Cocktail süßer, runder und deutlich zugänglicher wird. Beide Varianten sind vertretbar; was nicht funktioniert, ist, ohne abzumessen irgendwo dazwischen zu schwanken. Verwende einen Messbecher, denn ein halber Zentiliter mehr Zitrone ist bei neun Zentilitern Flüssigkeit sofort herauszuschmecken. Im Glas kommst du auf etwa 25 Prozent.
Sidecar oder White Lady: dieselbe Vorlage
Stellst du die beiden nebeneinander, siehst du dieselbe Formel mit einer anderen Basis. Der Sidecar verwendet 5 cl Cognac, die White Lady 4 cl Gin, und beide werden mit Cointreau und frischem Zitronensaft ergänzt. Cognac macht das Ganze warm, rund und fruchtig; Gin macht es trockener und würziger. Ersetzt du die Basis durch leichten Rum, erhältst du den Between the Sheets. Drei Klassiker nach derselben Vorlage also – und der schnellste Weg, sie zu probieren, ist, an einem Abend alle drei zuzubereiten.
Welchen Cognac wählst du: VS oder VSOP
In einem Cocktail mit drei Zutaten versteckt sich nichts. Ein VS lag mindestens zwei Jahre im Holz und ist frisch, scharf und direkt; ein VSOP reift mindestens vier Jahre und ist runder, voller und holziger. Für einen Sidecar funktioniert ein VSOP um die dreißig Euro am besten, weil er mit der Zitrone mithalten kann, ohne selbst unterzugehen. Ein XO wäre Verschwendung: Diese Nuancen schüttelst du kaputt. Entscheidest du dich trotzdem für einen jungen VS, reicht ein halber Zentiliter weniger Zitronensaft aus, um die Balance wiederherzustellen.
Der Zuckerrand Schritt für Schritt
Einen Zuckerrand macht man nicht, indem man das Glas in eine Schale drückt. Führe eine Zitronenspalte außen am Rand entlang, etwa über die Hälfte des Umfangs, und rolle diese Seite anschließend in feinem Kristallzucker auf einem flachen Teller. So bleibt die Innenseite sauber und dein Gast entscheidet selbst, ob er durch den Zucker trinkt. Mach das, bevor du shakst, und stelle das Glas einige Minuten kalt, dann haftet der Zucker besser. Puderzucker verklumpt; feiner Kristallzucker ergibt den saubersten Rand.
Häufig gestellte Fragen
Was ist in einem Sidecar enthalten?
Ein Sidecar besteht aus 5 cl Cognac, 2 cl Cointreau und 2 cl frischem Zitronensaft, mit viel Eis geshakt und doppelt in eine vorgekühlte Coupette abgeseiht. Optional kannst du dem Glas einen Zuckerrand geben und es mit einer ausgedrückten Orangen- oder Zitronenzeste am Rand garnieren.
Was ist das richtige Verhältnis für einen Sidecar?
Das klassische Verhältnis ist 2:1:1, also zwei Teile Cognac, ein Teil Cointreau und ein Teil Zitronensaft. Die französische Schule schenkt gleiche Teile ein und macht ihn dadurch süßer und runder, die englische Schule gibt dem Cognac die Hauptrolle. Probiere und korrigiere: Ein junger VS verlangt nach etwas weniger Zitrone als ein VSOP.
Welchen Cognac verwendet man für einen Sidecar?
Nimm einen Cognac, den du auch pur trinken würdest, denn in einem Cocktail mit drei Zutaten schmeckt man alles. Ein VS ist frisch und scharf, ein VSOP runder und vollmundiger. Teurer ist nicht automatisch besser, aber eine Flasche aus der niedrigsten Preisklasse verrät sich hier sofort.
Welches Glas verwendet man für einen Sidecar?
Eine Coupette mit 20 bis 30 cl: das niedrige, breite Stielglas, das in den Zwanzigerjahren das Cocktailglas schlechthin war. Die Form gibt dem Zitrusaroma den nötigen Raum und bringt den Zuckerrand schön zur Geltung; wählen Sie vorzugsweise ein Modell mit dünnem Rand, siehe unsere Champagner-Coupette-Gläser.
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