Das Aviation-Rezept
für deinen Tisch
Alle Zutaten 12 Sekunden lang mit viel Eis shaken.
In eine gekühlte Coupe doppelt abseihen.
Eine dunkle Cocktailkirsche auf den Boden sinken lassen.
Sofort servieren, solange der Cocktail noch eiskalt und leicht perlmuttfarben ist.
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Die Geschichte
Der Barkeeper Hugo Ensslin vom Hotel Wallick in New York veröffentlichte das Rezept 1916, in den Glanzjahren der Luftfahrtpioniere - daher der Name und der himmelblaue Schimmer. Als Harry Craddock es 1930 in The Savoy Cocktail Book übernahm, ließ er die Crème de Violette weg - der Likör war kaum erhältlich - und Generationen von Barkeepern kannten nur diese „nackte“ Version. Erst als die Violette 2007 wieder importiert wurde, erhielt die Aviation ihre Farbe und ihren Kultstatus zurück.
Das richtige Glas
Die lilagraue Farbe der Aviation macht die Hälfte ihrer Magie aus, also serviere sie in einem kristallklaren Stielglas. Eine Coupe mit 22 bis 24 cl ist ideal: elegant, klassisch und mit genügend Spiegelfläche, damit die Kirsche am Boden wie ein Mond am Abendhimmel schwebt. Dünnes Kristallglas macht das Bild komplett. Wenn du ein kleineres Stielglas möchtest, das weniger schnell umkippt, sieh dir unsere Nick-&-Nora-Gläser an.
RCR Opera Champagnerglas / Coupe 24 cl (6 Stück)
Lehmann Roma Champagnerglas / Coupe 22 cl (6 Stück)
Beide Sets - zusammen € 112,90.
Das richtige Werkzeug
Für einen Aviation benötigst du neben dem Glas einen Shaker, einen Jigger zum genauen Abmessen, ein feines Sieb zum doppelten Abseihen und eine Zitruspresse. Das sind die Bar-Tools, die wir selbst verwenden; alles findest du in unseren Bar-Tools & Cocktailsets.
Gläserset (unsere Wahl 01) + 4 Bar-Tools — zusammen € 96,75.
Variationen & Twists
Ohne Crème de Violette trinkst du die Savoy-Version aus dem Jahr 1930, präziser und zitrusfrischer. Etwas mehr Maraschino macht ihn süßer und kirschiger. Der Blue Moon – nur mit Veilchen, ohne Maraschino – ist die vergessene Cousine, die eine zweite Chance verdient. Mehr Inspiration? Stöbere durch mehr als 100 Cocktailrezepte.
Serviertipp
Dosiere die Crème de Violette vorsichtig: Ein Barlöffel verleiht Farbe und Parfum, zwei machen daraus Seifenwasser. Wenn du ihn lieber präziser magst, lass das Veilchen weg, und du erhältst die Savoy-Version.
Wie schmeckt ein Aviation?
Erwarte Trockenheit und Frische, keine Süße. Der erste Eindruck ist Zitrone und Gin, scharf und klar; darunter kommt Maraschino mit einem mandelartigen Kirschgeschmack zum Vorschein, der eher an Steinobst als an Sirup erinnert. Die Crème de Violette macht sich erst im Abgang bemerkbar, als leichtes Veilchenparfum, das manche an Seife und andere an eine alte Parfumflasche erinnert. Die Farbe ist graulila und perlmuttartig, niemals leuchtend violett. Wer ihn zum ersten Mal trinkt, stolpert meist über diesen blumigen Nachhall; wer ihn öfter trinkt, kommt gerade deshalb zurück.
Crème de Violette: kaufen und dosieren
In den Niederlanden findest du Crème de Violette in besseren Spirituosengeschäften und bei Online-Getränkehändlern; Rothman & Winter und Giffard sind die Marken, denen du am häufigsten begegnest. Eine 70-cl-Flasche reicht lange, denn pro Cocktail verwendest du nur einen Barlöffel von etwa 0,5 cl. Das klingt nach wenig, und das ist es auch: Bei zwei Barlöffeln kippt der Cocktail in Seifenwasser, und der Gin verschwindet vollständig hinter dem Parfum. Bewahre die Flasche dunkel auf, denn die Farbe verblasst im Tageslicht, und gerade dieses Lila macht die Hälfte des Charmes aus.
Die Savoy-Version ohne Veilchen
Harry Craddock ließ die Violette 1930 in seinem Savoy Cocktail Book weg, wahrscheinlich weil der Likör damals kaum erhältlich war. Übrig bleiben 4,5 cl Gin, 1,5 cl Maraschino und 1,5 cl Zitronensaft, zwölf Sekunden lang geshakt und doppelt abgeseiht. Diese Version ist trockener und zitrusfrischer und liegt viel näher an einem klassischen Sour. Was fehlt, ist die Farbe: Ohne Violette wird der Cocktail blassgelb statt lila. Wenn du keine Violette zu Hause hast und trotzdem etwas Blumiges möchtest, kommt ein halber Barlöffel Holunderblütenlikör dem ziemlich nahe.
Welchen Gin wählst du?
Ein klassischer London Dry ist hier die sicherste Wahl, weil die Wacholderbeere den beiden süßen Likören entgegenwirkt. Gins mit 44 oder 47 Prozent funktionieren besser als leichtere Flaschen, denn der Cocktail wird durch zwölf Sekunden Shaken mit viel Eis stark verdünnt. Vermeide moderne florale und pinke Gins: Sie verstärken die Violette und machen das Ganze parfümartig. Ein Gin mit etwas Zitrusfokus, beispielsweise mit Pampelmuse oder Zitronenschale in den Botanicals, hebt die Zitrone hervor. Heb deine seltene handwerklich hergestellte Flasche für den puren Genuss auf, denn hier geht diese Nuance verloren.
Häufig gestellte Fragen
Wie schmeckt der Aviation-Cocktail?
Der Aviation schmeckt frisch-säuerlich mit einem blumigen Nachgeschmack. Zitrone und Gin sorgen für die Schärfe, Maraschino bringt eine kirschähnliche Süße und die Crème de Violette fügt ein subtiles Veilchenaroma hinzu. Das Ganze ist eher trocken als süß und hat eine leicht perlmuttartige Farbe.
Was ist in einem Aviation-Cocktail?
In einen Aviation kommen 4,5 cl Gin, 1,5 cl Maraschinolikör, ein Barlöffel Crème de Violette und 1,5 cl frischer Zitronensaft, zwölf Sekunden lang mit viel Eis geshakt und doppelt abgeseiht. Eine dunkle Cocktailkirsche sinkt als Garnitur auf den Boden. Vier Zutaten, mehr nicht.
Kann ein Aviation auch ohne Crème de Violette zubereitet werden?
Ja, dann bereitest du die Savoy-Version von 1930 zu: Gin, Maraschino und Zitronensaft ohne Violette. Sie schmeckt trockener und zitrusfrischer, vermisst aber die charakteristische lila Farbe. Dosier die Violette im Original vorsichtig, denn zwei Barlöffel machen daraus schnell Seifenwasser.
Welches Glas verwendest du für einen Aviation?
Eine Cocktailschale mit 22 bis 24 cl ist die richtige Wahl. Die lila-graue Farbe macht die Hälfte des Charmes aus, also wähle ein kristallklares, dünnes Stielglas, in dem die Kirsche am Boden sichtbar schwebt. Sieh dir unsere Champagner-Coupégläser an.
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