So schenkst du ein
ein Nebbiolo in
Bringe die Flasche auf 16 bis 18 Grad. Zimmertemperatur ist in einem beheizten Haus oft zu warm. Stelle die Flasche daher eine halbe Stunde in einen kühlen Raum oder zwanzig Minuten in den Kühlschrank. Zu warm lässt den Alkohol scharf wirken, zu kalt macht die Tannine hart und das Aroma verschlossen.
Schneide die Kapsel rundherum unterhalb der Verdickung am Flaschenhals durch und wische den Rand sauber. Setze die Spirale mittig auf den Korken und drehe sie gerade nach unten, bis kurz vor das Ende. Ältere Flaschen haben einen brüchigeren Korken, also ziehe langsam und gerade nach oben.
Gib den Wein in eine Karaffe und lass ihn etwa eine Stunde stehen. Nebbiolo wirkt oft verschlossen, wenn die Flasche gerade geöffnet wurde, und der Duft von Rose und Kirsche kommt erst durch den Kontakt mit Luft zum Vorschein. Bei einer älteren Flasche mit Depot gießt du langsam um und lässt den letzten Rest in der Flasche.
Schenke bis ungefähr zu einem Drittel des bauchigen Glases ein. Den Raum darüber brauchst du: Genau dort sammelt sich das Aroma, und bei dieser Rebsorte macht das schon die halbe Geschichte aus. Schwenke das Glas ruhig und rieche daran, bevor du probierst. So bemerkst du, wie sich der Wein im Glas weiter verändert.
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Die Geschichte
Nebbiolo ist eine alte Rebsorte aus dem Piemont im Nordwesten Italiens. Der Name wird meist auf zwei Arten erklärt: Er soll von nebbia stammen, dem Herbstnebel, der im Oktober über den Hügeln der Langhe liegt, wenn diese spät reifende Rebsorte endlich ausgereift ist, oder von der weißen, nebligen Wachsschicht auf der reifen Schale. Welche der beiden Erklärungen stimmt, ist nicht geklärt. Fest steht jedoch, dass die Rebsorte anspruchsvoll ist: Sie treibt früh aus, reift spät und reagiert stark auf Boden und Lage. Deshalb gelingt sie außerhalb des Piemonts nur selten, wobei Valtellina in der Lombardei die bekannteste Ausnahme ist.
Das richtige Glas
Da Nebbiolo vor allem von seinem Duft lebt, profitiert er von einem bauchigen Glas mit großer Kelchöffnung und einem Rand, der sich wieder nach innen wölbt. Der Wein bekommt so eine große Oberfläche, um Luft aufzunehmen, und der Duft bleibt anschließend im Glas hängen, statt zu verschwinden. Ein hoher, gerader Bordeauxkelch bewirkt genau das Gegenteil. Unten findest du zwei bauchige Kelche; vergleiche sie gern mit dem Rest der großen Weingläser. Zum Dekantieren findest du die Formen bei den Dekantierkaraffen.
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Das richtige Werkzeug
Für einen Nebbiolo brauchst du neben dem Glas vor allem einen Korkenzieher mit langer Spirale und eine Karaffe sowie für eine angebrochene Flasche einen Flaschenverschluss. Die Barwerkzeuge unten kommen erst zum Einsatz, wenn Wein in einen Cocktail kommt: einen Jigger zum Abmessen und einen Barlöffel zum Rühren. Das sind die Barwerkzeuge, die wir selbst verwenden; alles findest du bei unseren Barwerkzeugen & Cocktailsets.
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Welcher Wein passt dazu?
Nebbiolo steht selten allein auf dem Tisch. Das sind die Weine, die zu einer Mahlzeit dazu passen - von einem anderen italienischen Schwergewicht wie Brunello bis zu einem Glas Moscato zum Dessert. Auf jeder Getränkeseite erfährst du den Alkoholgehalt, wie es schmeckt, welche Cocktails dazu passen und welches Glas du brauchst.
Varianten & Twists
Unter dem Namen Nebbiolo erscheinen ganz unterschiedliche Weine. Langhe Nebbiolo ist der leichteste und am schnellsten zugängliche, oft von jungen Rebstöcken oder aus Parzellen knapp außerhalb der berühmten Gebiete. Roero stammt vom sandigeren anderen Ufer des Tanaro und hat weichere Tannine. Im Alto Piemonte, rund um Gattinara und Ghemme, steht die Rebe auf vulkanischem Boden und wird straffer und rauchiger. Im Valtellina heißt sie Chiavennasca und wächst auf Terrassen an den Berghängen. Mehr lesen? Entdecke alle Getränke und Marken.
Serviertipp
Schenke Nebbiolo bei 16 bis 18 Grad ein und gib ihm Luft, bevor du beginnst. Er verlangt nach fettreichen Speisen mit Umami, denn darin beißt sich das Tannin fest: ein Risotto mit Butter, Pasta mit Ragù, geröstetes Fleisch, Pilze und alter Hartkäse. Bei mageren, süßen oder stark gewürzten Speisen tritt das Tannin dagegen deutlich hervor.
Gut zu wissen
Warum er blass und trotzdem kräftig ist
Nebbiolo hat wenig Farbstoff in der Schale, daher ist der Wein schon jung hell rubinrot und färbt sich am Rand schnell orangebraun. Tannin und Säure sind jedoch in großen Mengen in derselben Schale und in den Kernen vorhanden. Farbe und Struktur haben also nichts miteinander zu tun, und genau deshalb überrascht dieser Wein: Er sieht aus wie ein leichter Wein und verhält sich wie ein schwerer.
Rose und Teer - und woher die bittere Note kommt
Die beiden Wörter, die bei Nebbiolo am häufigsten fallen, sind Rose und Teer. Dazu kommen Sauerkirsche, getrocknete Kräuter, Leder und manchmal Trüffel. Im Abgang liegt oft eine bittere Note, die an Lakritz erinnert. Diese Bitterkeit gehört dazu und ist kein Mangel; zusammen mit der hohen Säure sorgt sie dafür, dass der Wein nach einem Bissen sofort wieder frisch wirkt.
Die beiden Erklärungen für den Namen
Die erste Erklärung bringt Nebbiolo mit „nebbia“ in Verbindung, dem Nebel, der im Oktober durch die Täler der Langhe zieht - genau dann, wenn diese spät reifende Traube geerntet wird. Die zweite verweist auf den weißen Reif, der wie ein Schleier auf der reifen Schale liegt. Beide Erklärungen gelten als geläufig, und keine von beiden ist bewiesen. Man findet sie beide, manchmal nebeneinander in derselben Geschichte.
Warum er fast nur im Piemont gelingt
Nebbiolo treibt früh aus und reift sehr spät, sodass ihn sowohl Frühjahrsfrost als auch ein kalter Herbst treffen können. Außerdem braucht er einen Boden mit kalkhaltigem Mergel und eine Hanglage, die genügend Sonne abbekommt. Wo diese Kombination fehlt, bringt er magere, karge Weine hervor. Außerhalb des Piemonts gelingt er deshalb nur selten; Valtellina in der Lombardei ist die bekannteste Ausnahme, und in anderen Teilen der Welt bleibt die Anbaufläche klein.
Wie viel Alkohol er enthält und wie lange er haltbar ist
Nebbiolo hat ungefähr 13 bis 15 Prozent Alkohol; der genaue Prozentsatz steht auf dem Etikett. Einen einfachen Langhe Nebbiolo trinkt man meist innerhalb weniger Jahre. Die Weine aus den bekannten Gebieten brauchen dagegen Zeit, bis das Tannin weicher wird, und können danach lange lagern. Eine angebrochene Flasche hält sich mit einem Verschluss im Kühlschrank noch zwei bis drei Tage.
Häufig gestellte Fragen
Was genau ist Nebbiolo?
Nebbiolo ist eine rote Rebsorte aus dem Piemont im Nordwesten Italiens. Sie ergibt einen blassen, schnell orangebraun werdenden Wein mit viel Tannin und hoher Säure sowie Aromen von Rose, Teer, Kirsche und Kräutern. Die bekanntesten Weine dieser Rebsorte stammen aus den Langhe.
Warum schmeckt Nebbiolo schwerer, als er aussieht?
Weil Farbe und Struktur bei dieser Rebsorte unabhängig voneinander sind. Die Schale enthält wenig Farbstoff, aber viel Tannin und Säure. So erhältst du einen hellroten Wein im Glas, der sich im Mund kräftig und zusammenziehend anfühlt, besonders wenn er noch jung ist.
Woher kommt der Name Nebbiolo?
Dafür gibt es zwei gängige Erklärungen. Die eine führt den Namen auf nebbia, den Herbstnebel in den Langhe, zurück, der mit der späten Ernte zusammenfällt. Die andere verweist auf den weißen Reif, der wie ein Schleier auf der reifen Schale liegt. Welche der beiden Erklärungen richtig ist, steht nicht fest.
Muss man Nebbiolo dekantieren und in welchem Glas schenkt man ihn aus?
Dekantieren hilft bei dieser Rebsorte wirklich, besonders bei jungen Flaschen: Rechne mit etwa einer Stunde Luft. Schenk ihn bei 16 bis 18 Grad in ein bauchiges Burgunderglas mit breitem Kelch und nach innen zulaufendem Rand ein, damit sich das Aroma entfalten kann und anschließend erhalten bleibt.
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