So schenkst du ein
ein Bordeauxwein in
Stelle einen roten Bordeaux eine halbe Stunde in den Kühlschrank. Eine Raumtemperatur von zwanzig Grad ist zu warm: Bei 16 bis 18 Grad bleibt die Frucht erhalten und der Alkohol drängt sich nicht in den Vordergrund. Einen weißen Bordeaux stellst du dagegen länger kalt, auf 8 bis 10 Grad, sonst geht die Frische verloren, die Sémillon und Sauvignon Blanc mitbringen sollen.
Schneide die Kapsel rundherum unterhalb der Verdickung am Flaschenhals durch und wische den Rand sauber. Lies danach das Etikett: Die Appellation sagt, aus welchem Teil der Region der Wein stammt, der Name des Hauses sagt, wer ihn hergestellt hat, und das Wort Cru verweist auf eine Rangordnung von Häusern innerhalb eines Teilgebiets. Setze die Spirale mittig in den Korken und ziehe sie langsam und gerade nach oben.
Bordeauxwein dekantiert man aus zwei unterschiedlichen Gründen. Eine junge Flasche schenkt man um, damit sie Luft bekommt: Der Tannin wird runder und die Frucht kommt hervor, und eine halbe Stunde in der Karaffe reicht oft schon aus. Eine alte Flasche schenkt man dagegen um, um den Bodensatz zurückzulassen. Stelle sie deshalb einen Tag vorher aufrecht hin und höre mit dem Ausschenken auf, sobald der Satz in den Flaschenhals kommt.
Schenke bis etwa zu einem Drittel des Kelchs ein. In einem Bordeauxglas wirkt das im Verhältnis zur bauchigen Form wenig, aber genau dadurch kannst du den Wein schwenken und der Duft bleibt im Glas. Ein bis zum Rand gefülltes Glas erwärmt sich außerdem schneller als ein Glas, das zu einem Drittel gefüllt ist.
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Die Geschichte
Bordeaux ist in erster Linie eine Region, keine Rebsorte. Das ist zugleich der Unterschied zu vielen anderen Weinbezeichnungen auf einem Etikett: Wer einen Bordeaux einschenkt, trinkt fast immer eine Cuvée aus mehreren Rebsorten statt nur einer. Welche Rebsorte die Hauptrolle spielt, hängt davon ab, an welchem Ufer der Weinberg liegt. Die Gironde und die Flüsse, die in sie münden, teilen das Gebiet in zwei Hälften, und der Boden unterscheidet sich je nach Ufer: Kies und Geröll auf der einen Seite, mehr Lehm und Kalk auf der anderen. Cabernet Sauvignon gedeiht gut auf warmen Kiesböden, Merlot auf kühlerem Lehm. Die Cuvée ist daher kein Kunstgriff des Winzers, sondern eine Folge des Bodens.
Das richtige Glas
Ein Bordeaux verlangt nach einem hohen Kelch mit einer kräftigen Wölbung und einem Rand, der sich etwas verengt. Die Höhe gibt dem Wein Luft, ohne dass der Duft sofort verfliegt, und genau das braucht ein kräftiger Wein mit Tanninen. Wahl 01 ist ein solches Bordeauxglas; in der Beschreibung werden Bordeaux, Syrah und Cabernet ausdrücklich genannt und empfohlen, nie mehr als ein Drittel einzuschenken. Wahl 02 ist das Weißweinglas aus derselben Serie, mit einem kleineren Kelch, der weißen Bordeaux kühl hält. Weitere Größen und Formen findest du bei den Weißweingläsern.
Schott Zwiesel Vina Bordeauxglas 63 cl (6 Stück)
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Das richtige Werkzeug
Für eine Flasche Bordeaux brauchst du neben dem Glas vor allem einen Korkenzieher und bei einer jungen oder besonders alten Flasche eine Dekantierkaraffe. Wird die Flasche nicht auf einmal leer, hilft ein Weinstopfen. Die Bar-Tools unten kommen erst ins Spiel, wenn daraus eine Kanne Sangria oder Glühwein wird: ein Barlöffel zum Umrühren und ein Jigger zum Abmessen. Das sind die Bar-Tools, die wir selbst verwenden; alles findest du in unseren Bar-Tools & Cocktailsets.
Gläserset (unsere Wahl 01) + 2 Barwerkzeuge zusammen € 76,90.
Was schenkst du dazu ein?
Bordeaux ist eine Region innerhalb eines viel größeren Angebots. Dies sind die Sorten und Regionen, die davor, dazu oder danach auf den Tisch kommen - von einem Glas Champagner zum Auftakt bis zu einem Burgunder aus einer ganz anderen Ecke Frankreichs. Auf jeder Getränkeseite erfährst du den Alkoholgehalt, wie es schmeckt, welche Cocktails dazu passen und welches Glas du benötigst.
Variationen & Twists
Bordeaux ist nicht nur Rotwein. Die Region erzeugt trockenen Weißwein aus Sémillon und Sauvignon Blanc, Rosé sowie den süßen Sauternes aus Trauben, die am Rebstock getrocknet sind. Auch beim Rotwein reicht der Stil sehr weit: Eine leichte Flasche aus einer großen Appellation schmeckt anders als eine Flasche aus einer kleinen Gemeinde, die lange auf der Flasche gereift ist. Bleibt ein Rest übrig, eignet er sich bestens für eine Sangria oder einen Glühwein. Mehr lesen? Entdecke alle Getränke und Marken.
Serviertipp
Rotwein bei 16 bis 18 Grad und Weißwein bei 8 bis 10 Grad servieren und die Flasche zwischendurch nicht neben den Herd stellen. Dazu passen klassische Gerichte aus der Region: Lamm, Ente, ein Stück Entrecôte vom Grill oder eine Platte mit Hartkäse. Zum Weißwein passen Fisch, Meeresfrüchte und alles, was mit Zitrone verfeinert ist. Bleibt eine halbe Flasche übrig, verschließe sie und stelle sie kühl.
Gut zu wissen
Warum Bordeaux fast immer ein Verschnitt ist
In Bordeaux steht die Region auf dem Etikett und nicht die Rebsorte, und im Glas befindet sich fast immer eine Zusammensetzung mehrerer Rebsorten. Beim Rotwein spielen Cabernet Sauvignon und Merlot die beiden Hauptrollen, ergänzt durch kleinere Anteile von Cabernet Franc, Petit Verdot und Malbec. Das Verhältnis unterscheidet sich je nach Haus und Jahrgang, denn die eine Rebsorte reift früher als die andere, und das Wetter verläuft nicht jedes Jahr gleich. Gerade diese Mischung ermöglicht es, jedes Jahr denselben Stil zu erreichen.
Linkes und rechtes Ufer und was der Boden damit zu tun hat
Das linke Ufer mit Médoc und Graves liegt auf Kies- und Schotterböden. Dieser Boden erwärmt sich schnell und speichert die Wärme, sodass Cabernet Sauvignon dort gut ausreift; die Weine sind kräftig, haben deutliches Tannin und wirken etwas straffer. Das rechte Ufer mit Saint-Émilion und Pomerol weist mehr Lehm und Kalk auf. Diese Böden bleiben kühler und speichern Wasser, und dort gedeiht Merlot besser; die Weine sind runder und weicher. Daher die Faustregel: links Cabernet als Grundlage, rechts Merlot als Grundlage.
Der weiße Bordeaux, den viele vergessen
Für die meisten Menschen steht Bordeaux für Rotwein, aber die Region stellt auch trockenen Weißwein her, vor allem aus Sémillon und Sauvignon Blanc. Sauvignon Blanc bringt die Säure und den frischen, würzigen Duft, Sémillon sorgt für Fülle und ein runderes Mundgefühl. Zusammen ergibt das einen Weißwein, der kräftiger wirkt als ein gewöhnlicher Sauvignon Blanc. Serviere ihn bei 8 bis 10 Grad in einem kleineren Glas als den Rotwein.
Sauternes, die süße Seite derselben Region
Sauternes ist ein Teilgebiet innerhalb von Bordeaux, in dem süßer Weißwein hergestellt wird. Die Trauben, wieder hauptsächlich Sémillon und Sauvignon Blanc, bleiben lange am Rebstock und trocknen teilweise ein, wodurch sich Zucker und Aromen konzentrieren. Das Ergebnis ist ein üppiger, süßer Wein mit einer Säure als Gegengewicht, den man bei 6 bis 8 Grad gut gekühlt und in kleinen Mengen serviert. Er gehört zur Region, auch wenn er dem Rotwein daneben überhaupt nicht ähnelt.
So liest du ein Bordeaux-Etikett
Fast immer stehen drei Dinge darauf. Die Appellation gibt an, aus welchem Teil der Region der Wein stammt: Je kleiner das Gebiet, desto strenger die Regeln und desto spezifischer der Stil. Der Name des Hauses sagt, wer den Wein hergestellt hat, und in Bordeaux wird ein solches Haus oft Château genannt, auch wenn dort kein Schloss steht. Das Wort Cru verweist auf eine Rangordnung von Häusern innerhalb eines Teilgebiets; welche Ränge es gibt und wie sie aufgebaut sind, unterscheidet sich je nach Teilgebiet. Es sagt etwas über den Ruf des Hauses aus, nicht über die Flasche, die vor dir steht.
Temperatur, Glas und Alkoholgehalt
Rotwein schenkt man bei 16 bis 18 Grad in ein großes Glas mit 60 cl oder mehr ein; trockenen Weißwein bei 8 bis 10 Grad in ein kleineres Glas; Sauternes bei 6 bis 8 Grad in ein kleines Stielglas. Überall nur bis etwa zu einem Drittel einschenken. Ein roter Bordeaux liegt meist ungefähr zwischen 12 und 15 Prozent, der weiße etwas darunter. Der Prozentsatz steht auf dem Etikett.
Häufige Fragen
Welche Trauben sind in einem Bordeaux enthalten?
Bei Rotwein spielen meist Cabernet Sauvignon und Merlot die Hauptrollen, ergänzt durch kleinere Anteile Cabernet Franc, Petit Verdot und Malbec. Im trockenen Weißwein vor allem Sémillon und Sauvignon Blanc. Ein Bordeaux ist damit fast immer eine Cuvée, und auf dem Etikett steht die Region statt der Rebsorte.
Was ist der Unterschied zwischen dem linken und dem rechten Ufer?
Das linke Ufer mit Médoc und Graves liegt auf Kies- und Geröllböden und hat Cabernet Sauvignon als Grundlage; diese Weine sind kräftiger und haben mehr Tannin. Das rechte Ufer mit Saint-Émilion und Pomerol hat mehr Lehm und Kalk und Merlot als Grundlage; diese Weine sind runder und weicher. Der Unterschied beginnt also beim Boden.
Bei welcher Temperatur schenkt man Bordeaux aus, und in welches Glas?
Rotwein bei 16 bis 18 Grad, also eine halbe Stunde im Kühlschrank, wenn die Flasche Zimmertemperatur hat, in einem großen Glas mit 60 cl oder mehr. Trockener weißer Bordeaux bei 8 bis 10 Grad in einem kleineren Glas. Nur bis etwa zu einem Drittel einschenken, damit Luft bleibt, um den Wein zu schwenken.
Muss man Bordeaux dekantieren?
Das hängt von der Flasche ab, und der Grund ist unterschiedlich. Einen jungen Wein gießt man um, damit er Luft bekommt, wodurch die Tannine runder werden und die Frucht stärker hervortritt; eine halbe Stunde reicht oft. Einen alten Wein gießt man um, um den Bodensatz in der Flasche zurückzulassen, und dann kurz vor dem Servieren. Ein einfacher, leichter Bordeaux braucht keines von beidem.
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