Ein gutes Weinglas bringt Farbe, Duft und Geschmack zur Geltung. Gerade deshalb verdient es mehr Aufmerksamkeit als ein schnelles Abspülen unter dem Wasserhahn. Weingläser von Hand zu spülen, ist die sicherste Art, empfindliche Stiele, feine Ränder und einen klaren Kelch schön zu erhalten. Mit der richtigen Wassertemperatur und ruhiger Hand beugen Sie Kalkablagerungen, Fettflecken und dem bekannten matten Schleier vor.
Warum ein Weinglas von Hand spülen?
Eine Spülmaschine ist praktisch, besonders nach einem ausgiebigen Abendessen oder einem geschäftigen Service. Dennoch kann die Kombination aus hoher Temperatur, starkem Spülmittel und eng nebeneinander stehenden Gläsern mit der Zeit Spuren hinterlassen. Dazu zählen milchige Beläge, kleine Kratzer oder ein Bruch am Stiel. Bei feinen Kristallgläsern, mundgeblasenen Modellen und Gläsern mit Dekor ist das Spülen von Hand oft die vernünftigste Wahl.
Auch Gerüche spielen eine Rolle. Ein Glas, das noch nach Spülmittel oder einem alten Geschirrtuch riecht, tut einem frischen Sauvignon Blanc oder einem kräftigen Rotwein nichts Gutes. Beim Spülen von Hand haben Sie die Kontrolle: Sie spüren, ob das Glas wirklich sauber ist, und können jedes Glas direkt überprüfen, bevor es zurück in den Schrank kommt.
Das bedeutet nicht, dass jedes Weinglas niemals in die Spülmaschine darf. Viele moderne Weingläser sind spülmaschinenfest. Für den täglichen Gebrauch kann das gut funktionieren, sofern Sie ein geeignetes Programm wählen. Haben Sie ein besonderes Glas für ein schönes Abendessen, ein Geschenk oder eine professionelle Präsentation? Dann ist das Spülen von Hand die schonendste Wahl.
Weingläser in 6 ruhigen Schritten von Hand spülen
Beginnen Sie nicht mit einem vollen, heißen Spülbecken. Weingläser mögen keine großen Temperaturunterschiede. Lassen Sie Gläser, die gerade aus einem kalten Raum kommen oder noch kalten Wein enthalten, erst etwas Temperatur annehmen. Spülen Sie auch Rotweinreste nicht direkt mit kochendem Wasser aus: Dadurch kann sich der Belag erst recht festsetzen.
1. Spülen Sie Weinreste sofort aus
Spülen Sie das Glas nach dem Gebrauch mit lauwarmem Wasser aus. Besonders Rotwein, Dessertwein und Wein mit vielen Farbstoffen können einen Rand hinterlassen, wenn sie stundenlang eintrocknen. Sie müssen nicht sofort gründlich abwaschen, aber diese kleine Geste erspart Ihnen später viel Arbeit.
Stellen Sie Gläser niemals lose zwischen Besteck, Töpfe oder Geschirr ins Spülbecken. Ein Stoß gegen den Topfrand reicht oft schon aus, um den Kelch zu beschädigen oder den Fuß abzubrechen. Verwenden Sie lieber eine weiche Unterlage, zum Beispiel ein gefaltetes Geschirrtuch oder eine Gummimatte neben dem Spülbecken.
2. Verwenden Sie lauwarmes Wasser und wenig Spülmittel
Füllen Sie eine saubere Schüssel oder das Spülbecken mit lauwarmem Wasser. Zu heißes Wasser ist unnötig und erhöht das Risiko thermischer Spannungen im dünnen Glas. Eine kleine Menge mildes, unparfümiertes Spülmittel reicht normalerweise aus. Zu viel Seife erschwert das Abspülen und kann einen Film hinterlassen, der die Weinaromen beeinflusst.
Haben Sie nur ein oder zwei Gläser? Spülen Sie sie dann lieber unter einem sanften Strahl lauwarmen Wassers als in einem vollen Becken. So kommen sie nicht so leicht mit anderem Geschirr in Berührung, und Sie haben empfindliche Stellen gut im Blick.
3. Halten Sie Kelch und Fuß fest
Halten Sie ein Weinglas beim Spülen niemals ausschließlich am Stiel fest. Stützen Sie den Kelch mit einer Hand und halten Sie mit der anderen den Fuß oder die Unterseite des Kelchs fest. Drehen Sie den Stiel nicht kräftig. Gerade diese Drehbewegung ist eine häufige Ursache für Bruch, auch bei Gläsern, die sich stabil anfühlen.
Reinigen Sie die Innenseite mit einem weichen Schwamm, einem Mikrofasertuch oder Ihrer Hand. Ein harter Scheuerschwamm, Stahlwolle oder eine Bürste mit steifen Borsten haben in einem Weinglas nichts zu suchen. Sie verursachen kleine Kratzer, die im Licht sichtbar werden und das Glas mit der Zeit stumpf aussehen lassen.
4. Achten Sie besonders auf den Rand
Am Trinkrand sammeln sich Lippenstift, Fett und manchmal getrockneter Wein. Wischen Sie daher vorsichtig mit einem weichen Tuch darüber, ohne Druck auf den Rand auszuüben. Reinigen Sie auch den Übergang zwischen Kelch und Stiel sowie die Unterseite des Fußes. Diese Stellen werden leicht übersehen, obwohl Fingerabdrücke dort besonders schnell auffallen.
Bei hartnäckigen Rotweinflecken hilft es, das Glas einige Minuten in lauwarmem Wasser stehen zu lassen. Verwenden Sie lieber nicht sofort aggressive Mittel. Eine schonende Behandlung schützt das Glas und reicht meist schon aus.
5. Gründlich mit sauberem Wasser nachspülen
Seifenreste sind der größte Feind eines neutral riechenden Weinglases. Spülen Sie daher jedes Glas großzügig mit sauberem, lauwarmem Wasser ab. Schauen Sie dabei schräg durch den Kelch ins Licht. Sehen Sie noch Bläschen, Streifen oder einen fettigen Glanz? Dann spülen Sie noch einmal.
Wenn Sie in einer Gegend mit hartem Wasser wohnen, können Mineralien weiße Punkte verursachen. Ein abschließender Spülgang mit gefiltertem oder demineralisiertem Wasser sorgt besonders bei klaren, dünnwandigen Gläsern für ein sichtbar besseres Ergebnis. Das muss nicht jeden Tag sein, ist aber eine praktische Lösung für ein Dinner, bei dem jedes Detail zählt.
6. Sofort und ohne Druck trocknen
Lassen Sie ein Weinglas nicht lange kopfüber auf einem Tuch stehen. Der Rand kann empfindlich sein und Feuchtigkeit bleibt manchmal im Kelch eingeschlossen, was zu einem muffigen Geruch führen kann. Trocknen Sie das Glas am besten direkt mit einem sauberen, fusselfreien Mikrofasertuch oder einem Leinentuch für Gläser ab.
Halten Sie den Kelch mit einem Tuch fest und polieren Sie die Innenseite mit einem zweiten Tuch. So vermeiden Sie, Druck auf Stiel und Fuß auszuüben. Drehen Sie das Glas langsam, nicht den Stiel. Wenn Sie mehrere Gläser zu reinigen haben, wechseln Sie das Tuch, sobald es feucht wird. Ein nasses Tuch verursacht Streifen und macht den Vorteil sorgfältigen Spülens schnell zunichte.
Keine Trübung auf Weingläsern: Darauf kommt es an
Ein Schleier kann verschiedene Ursachen haben. Manchmal ist es einfach Kalk, manchmal ein Spülmittelfilm und manchmal sind es feine Kratzer. Kalk erkennen Sie oft an weißen Punkten, die vor allem sichtbar sind, wenn das Glas trocken ist. Dann kann eine Lösung aus lauwarmem Wasser und etwas Haushaltsessig helfen. Spülen Sie das Glas anschließend sehr gründlich nach, damit kein Essiggeruch zurückbleibt.
Bleibt das Glas auch nach sorgfältigem Spülen trüb? Dann kann es sich um Glaskorrosion handeln: eine dauerhafte Beschädigung, die unter anderem durch falsches Spülmittel, zu hohe Temperaturen oder häufiges Spülen in der Maschine entstehen kann. Diesen Schleier bekommen Sie leider nicht immer weg. Gerade deshalb lohnt es sich, schöne Weingläser von Anfang an sorgfältig zu behandeln.
Fingerabdrücke lassen sich leichter vermeiden. Fassen Sie ein sauberes Glas möglichst am Stiel oder Fuß an. Bei einer festlich gedeckten Tafel ist es sinnvoll, die Gläser erst kurz vor dem Servieren hinzustellen und sie bei Bedarf noch einmal zu polieren. Ein klarer Kelch macht sofort einen Unterschied, ganz gleich, ob Sie einen Hauswein einschenken oder eine besondere Flasche öffnen.
Häufige Fehler beim Spülen von Hand
Die meisten Schäden entstehen nicht durch das Spülen selbst, sondern durch Eile. Gläser in der Spüle aneinanderstoßen zu lassen, ist ein Beispiel dafür. Ein weiterer Fehler ist, sie mit einem duftenden Schwamm zu spülen, der zuvor für Pfannen, Knoblauchsoße oder Kaffee verwendet wurde. Glas nimmt Gerüche weniger schnell auf als Kunststoff, aber einen Rückstand am Rand bemerken Sie schon beim ersten Schluck Wein.
Auch das Verstauen erfordert Aufmerksamkeit. Stellen Sie Weingläser aufrecht in den Schrank und lassen Sie zwischen den Kelchen Platz. Die umgedrehte Aufbewahrung schützt vielleicht vor Staub, kann aber Feuchtigkeit und Gerüche einschließen. Bei Gläsern mit besonders dünnem Rand kann anhaltender Druck auf den Rand außerdem unerwünscht sein.
Für die Gastronomie und begeisterte Gastgeber zu Hause ist eine feste Routine hilfreich: vorspülen, sorgfältig spülen, gründlich nachspülen, sofort trocknen und erst dann verstauen. Das kostet pro Glas nur wenig zusätzliche Zeit, sorgt aber bei jeder Tischdekoration für ein gepflegtes Erscheinungsbild.
Wann entscheiden Sie sich doch für die Spülmaschine?
Nach einem großen Abendessen mit vielen robusten, spülmaschinenfesten Gläsern ist die Spülmaschine eine praktische Wahl. Stellen Sie die Gläser mit genügend Abstand zueinander auf, platzieren Sie sie sicher im Korb und wählen Sie ein Glasprogramm mit milder Temperatur. Verwenden Sie nicht zu viel Spülmittel und nehmen Sie die Gläser nach dem Spülgang möglichst schnell aus der Maschine, um Flecken zu vermeiden.
Für edle Weingläser, hohe Modelle mit langen Stielen und Gläser, die Sie besonders lange schön halten möchten, ist Handwäsche nach wie vor die beruhigende Wahl. Bei Glazen.nl finden Sie Gläser für den täglichen Gebrauch und für Momente, in denen die Präsentation genauso wichtig ist wie der Wein selbst.
Ein sauberes Weinglas muss sich nicht klinisch anfühlen, sollte aber klar riechen, im Licht glänzen und gut in der Hand liegen. Nehmen Sie sich nach dem Trocknen eine Sekunde Zeit, um jedes Glas gegen das Licht zu halten. Dieser kleine Kontrollmoment sorgt dafür, dass Sie mit Zuversicht einschenken, wenn die Gäste am Tisch sitzen.
















Hinterlasse einen Kommentar
Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.