Italienische Cocktails

Aperitivo
Kultur

Italienische Cocktails haben eine Eigenschaft gemeinsam: Sie sind bitter. Das ist kein Zufall, sondern die ganze Idee – das Aperitivo soll den Appetit anregen, und Bitterkeit bewirkt genau das. Vom dreiteiligen Negroni bis zum Spritz, der halb Europa eroberte: acht Rezepte und die Logik dahinter.

Aperitivo 8 Rezepte Glas: Spritzglas
Italienische Cocktails in Spritzgläsern
ITALIENISCHE COCKTAILS ✶ APERITIVO ✶ SPRITZGLÄSER ✶ BUILD & SERVE ✶

Der Spritz
drei, zwei, eins

Für wie viele Personen?
Zutaten
1 Person
9 cl Prosecco
6 cl Bitterlikör (Aperol oder Campari)
3 cl Mineralwasser
1 halbe Scheibe Orange und eine Olive
So wird er zubereitet
1

Merke dir die venezianische Formel: drei Teile Prosecco, zwei Teile Bitterlikör, ein Teil Mineralwasser.

2

Ein großes Weinglas oder Spritzglas bis zum Rand mit Eiswürfeln füllen.

3

Zuerst den Prosecco einschenken, dann den Bitterlikör – andersherum schäumt es über und du verlierst Kohlensäure.

4

Mit Mineralwasser auffüllen und mit einer halben Orangenscheibe garnieren. In Venedig gehört eine Olive dazu.

Warum italienische Cocktails bitter sind

Das Aperitivo ist in Italien kein Getränk, sondern eine Tageszeit: zwischen sechs und acht Uhr, mit etwas Bitterem im Glas und etwas Salzigem dazu. Die dafür verwendeten Bitterliköre – Campari, Aperol, Cynar, Select – stammen aus dem neunzehnten Jahrhundert, als Kräuterbitter noch als Medizin verkauft wurden. Bitterkeit regt die Speichelproduktion und damit den Appetit an; sie ist also buchstäblich eine Vorbereitung auf das Essen. Das erklärt auch, warum italienische Klassiker so wenige Zutaten haben: Der Negroni besteht aus drei gleichen Teilen, der Americano aus zwei Teilen plus Sprudel. Nichts ist versteckt, alles muss stimmen.

Das richtige Glas

Der Spritz gehört in ein großes Weinglas oder Spritzglas mit 50 bis 65 cl – das klingt übertrieben, ist aber sinnvoll: Du brauchst Platz für viel Eis, und das breite Glas lässt die Aromen der Bitterorange zur Geltung kommen. Ist das Glas kleiner, ist dein Cocktail innerhalb von zehn Minuten lauwarm. Gerührte Klassiker wie Negroni und Boulevardier kommen dagegen in einen niedrigen Tumbler mit einem großen Eiswürfel. Für beide gilt: klares Glas, denn die rot-orange Farbe ist das Markenzeichen der italienischen Bar.

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Häufig gestellte Fragen

Welches Glas verwendet man für einen Spritz?

Ein großes Weinglas oder Spritzglas mit 50 bis 65 cl. Sieh dir unsere Aperol-Spritz-Gläser an.

Was ist der Unterschied zwischen Aperol und Campari?

Campari ist bitterer, dunkler rot und enthält ungefähr doppelt so viel Alkohol. Aperol ist süßer und heller – deshalb ist der Aperol Spritz die zugänglichere Version und der Campari Spritz die erwachsenere Variante.

Was ist die richtige Reihenfolge bei einem Spritz?

Zuerst Eis, dann Prosecco, dann der Bitterlikör und anschließend Sodawasser. Schenkst du den Bitterlikör zuerst ein, sprudelt der Prosecco über den Rand und du verlierst sofort die Hälfte deiner Kohlensäure.

Gehört nun eine Olive oder eine Orange hinein?

Beides, je nachdem, wo du bist. In Venedig bekommst du eine Olive, im restlichen Italien und anderswo eine halbe Orangenscheibe. Die Olive ist das Original.

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