Gimlet

Zeitloser
Klassiker

Der Gimlet ist der geradlinigste Gin-Klassiker überhaupt: Gin und Lime Cordial, eiskalt gerührt oder geshakt. Scharf wie der Holzbohrer, nach dem er benannt sein soll, aber mit einem süßen, seidig-weichen Abgang. Raymond Chandler widmete ihm in seinem Kriminalroman The Long Goodbye sogar eine berühmte Zeile – ein Cocktail mit literarischem Status also.

Basis: Gin 3 Zutaten Glas: Nick-&-Nora-Glas
Gimlet-Cocktail im Nick-&-Nora-Glas
GIMLET ✶ GIN ✶ NICK-&-NORA-GLAS ✶ SHAKEN & SERVIEREN ✶

Das Rezept
für deinen Tisch

Für wie viele Personen?
Zutaten
1 Person
6 cl Gin
2 cl Lime Cordial (oder 2 cl frischer Limettensaft + 2 cl Zuckersirup)
Limettenzeste
So wird er zubereitet
1

Gin und Lime Cordial mit viel Eis in ein Rührglas oder einen Shaker geben.

2

25 Sekunden rühren (klassisch und klar) oder 12 Sekunden shaken (frischer und lebendiger).

3

In ein gekühltes Nick-&-Nora- oder Coupette-Glas abseihen.

4

Eine Limettenzeste über dem Glas ausdrücken und hineinfallen lassen.

Die Geschichte

Der Gimlet verdankt seine Entstehung der britischen Marine. Um Skorbut vorzubeugen, bekamen Seeleute ab 1867 konzentrierten Limettensaft mit – Rose's Lime Juice, die erste haltbare Fruchtlimonade der Welt. Offiziere mischten ihn mit ihrer Ginration, und so entstand an Bord ein Cocktail, der später in den eleganten Clubs Londons landete. Der Name bezieht sich möglicherweise auf den Marinearzt Thomas Gimlette oder auf den Gimlet, den kleinen Handbohrer, mit dem Fässer angebohrt wurden. Heute stellen Barkeeper ihr Cordial wieder selbst aus frischen Limetten her.

Das richtige Glas

Der Gimlet wird straight up getrunken und verdient ein kleines, elegantes Stielglas. Das Nick-&-Nora-Glas ist besonders beliebt: Der tulpenförmige Kelch hält den Cocktail länger kalt als ein weites Martiniglas und bringt das Limettenaroma schön zur Nase. Ein Fassungsvermögen von 14 bis 16 cl ist für dieses kompakte Rezept genau richtig. Auch eine kleine Coupette passt wunderbar zu diesem klaren, hellgrünen Klassiker. Wenn du lieber ein klassisches V-förmiges Glas möchtest, schau dir unsere Martin­gläser an.

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Varianten & Twists

Moderne Bars stellen ihr Cordial mit Kräutern selbst her: Basilikum, Kaffirlimettenblätter oder Ingwer verleihen dem Gimlet einen eigenen Charakter. Mit Wodka wird er zum Vodka Gimlet – weicher und neutraler. Schütteln Sie ein paar Blätter frische Minze mit, landen Sie auf halbem Weg zum Southside. Noch mehr Inspiration? Stöbern Sie durch alle 80 Cocktailrezepte.

Serviertipp

Machen Sie Ihr eigenes Cordial: Erwärmen Sie gleiche Teile Zucker und Limettensaft mit der Limettenschale, lassen Sie alles abkühlen und bewahren Sie es im Kühlschrank auf. Frisch zubereitet ist es unendlich viel besser als aus der Flasche.

Das Verhältnis von Gin und Limetten-Cordial

Sechs Zentiliter Gin auf 2 cl Limetten-Cordial ergeben ein Verhältnis von 3:1 – das Verhältnis, mit dem die meisten Bars arbeiten. Die Marineversion aus dem neunzehnten Jahrhundert soll sich angeblich in Richtung gleicher Teile bewegt haben, was nach modernem Geschmack viel zu süß ist. Verwenden Sie kein Cordial, nehmen Sie 2 cl frischen Limettensaft plus 2 cl Zuckersirup; das Glas wird dann etwas länger, planen Sie also eine Coupette mit mindestens 15 cl Fassungsvermögen ein. Ein kräftiger Gin mit viel Wacholder verträgt 3:1 problemlos, während ein weicher moderner Gin eher ein Verhältnis von 4:1 verlangt.

Limetten-Cordial selbst machen

Selbst gemachtes Cordial wertet diesen Cocktail am meisten auf und ist in einer Viertelstunde fertig. Reiben Sie die Schale von vier Limetten ab, vermengen Sie sie mit 200 Gramm Zucker und lassen Sie alles eine Stunde stehen, damit das Öl in den Zucker einzieht. Geben Sie dann 200 Milliliter frischen Limettensaft hinzu, rühren Sie, bis sich alles aufgelöst hat, und seihen Sie die Mischung ab. Sie erhalten nun etwa 35 cl Cordial – genug für siebzehn Gläser. In einer verschlossenen Flasche hält es sich im Kühlschrank zwei bis drei Wochen. Für eine längere Haltbarkeit geben Sie einen halben Teelöffel Zitronensäure hinzu; dadurch bleibt auch die Farbe frischer.

Rühren oder Shaken

Beide Varianten sind vertretbar, und die Wahl bestimmt den Charakter. Rühren Sie etwa fünfundzwanzig Sekunden lang in einem Rührglas, erhalten Sie einen klaren, seidig weichen Cocktail, in dem der Gin deutlich im Vordergrund steht. Shaken Sie zwölf Sekunden lang, kommen Luft und kleine Eissplitter hinzu – das Ergebnis ist ein lebhafteres, etwas trüberes und frischeres Glas. Verwenden Sie frischen Limettensaft statt Cordial, ist Shaken fast immer die bessere Wahl, denn Saft braucht diese Belüftung, um sich gut zu verbinden. Mit fertigem Cordial und einem klassischen Dry Gin kommt Rühren dem Original aus der Schiffsbar am nächsten.

Gimlet, Vodka Gimlet oder Daiquiri

Der Gimlet und der Daiquiri sind derselbe Cocktail mit einer anderen Basis: Gin statt weißem Rum, ansonsten sind beide mit Zitrus und Zucker ausgewogen. Der Gin bringt Wacholder und Kräuter mit, der Rum Vanille und Rohrzucker, wodurch der Gimlet straffer und der Daiquiri runder schmeckt. Ersetzt du den Gin durch Wodka, heißt er Vodka Gimlet: sanfter und neutraler und gerade deshalb ein guter Ausgangspunkt, um mit würzigen Cordials zu experimentieren. Alle drei funktionieren mit ungefähr 3 Teilen Starkem auf 1 Teil Süßsaurem, sodass du problemlos wechseln kannst.

Häufig gestellte Fragen

Was ist in einem Gimlet?

Gin und Lime Cordial, hier 6 cl Gin auf 2 cl Cordial, verfeinert mit ausgedrücktem Limettenabrieb. Wenn du kein Cordial zu Hause hast, verwende 2 cl frischen Limettensaft mit 2 cl Zuckersirup. Mehr Zutaten braucht dieser geradlinige Gin-Klassiker wirklich nicht.

Was ist Lime Cordial und kann man es selbst machen?

Lime Cordial ist konzentrierter, gesüßter Limettensirup, der einst als Mittel gegen Skorbut bei der britischen Marine entwickelt wurde. Selbst machen ist einfach: Gleiche Teile Zucker und frischen Limettensaft mit etwas Limettenabrieb erwärmen, abkühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren. Frisch schmeckt er lebendiger als aus der Flasche.

Rührt oder shakt man einen Gimlet?

Beides funktioniert. Fünfundzwanzig Sekunden Rühren ergeben die klassische, glasklare Version mit seidiger Textur; zwölf Sekunden Shaken machen ihn frischer, lebendiger und etwas leichter. Wenn du ein selbstgemachtes Cordial mit frischer Limette verwendest, ist Shaken meist die bessere Wahl.

In welchem Glas serviert man einen Gimlet?

In einem Nick-and-Nora-Glas mit 14 bis 16 cl. Der tulpenförmige Kelch hält den Cocktail länger kalt als ein weites Martiniglas und lenkt das Limettenaroma zu deiner Nase. Eine kleine Coupette geht auch: Sieh dir unsere Nick-and-Nora-Gläser an.

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