Warum ein kleinerer Kelch?
Weißwein serviert man kalt, und ein kleinerer Kelch von 30 bis 40 cl bedeutet kleinere Portionen, die bis zum letzten Schluck temperiert bleiben. Die kompaktere Form bewahrt zudem die flüchtigen Aromen – Zitrus, grüner Apfel, weiße Blüten –, die in einem großen Kelch buchstäblich verfliegen würden. Der Wein bleibt so frisch, fokussiert und lebendig, genau wie es der Winzer beabsichtigt hat. Frische, aromatische Weine wie Sauvignon Blanc und Riesling benötigen ein schmaleres Glas, das die Säure gut zur Geltung bringt. Vollere, im Holz ausgebaute Chardonnays und Viogniers verdienen einen etwas weiteren Kelch, der der reichen, cremigen Struktur Raum gibt – fast schon ein kleiner Burgunder-Ballon. Wer beide Stile trinkt, wählt als goldenen Mittelweg ein universelles Weißwein-Modell von circa 35 cl.